| Die Geschichte des Appaloosa |
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Bis Ende der 1970 Jahre war die Pferderasse Appaloosa in Deutschland so gut wie unbekannt. Und das obwohl der Appaloosa zur dritthäufigsten Pferderasse der Welt zählte.
Erst als das Westernreiten von Amerika nach Deutschland mit den dazugehörenden Rassen wie Quarterhorse,Painthorse und dem Appaloosa kam,wurde auch der Appaloosa hierzulande langsam etwas bekannter.
Doch auch noch heute ,im Jahre 2009, kennt der größte Teil der Bevölkerung , weder den Appaloosa,und schon gar nicht was einen Appaloosa zum echten Appaloosa macht.
Deshalb möchte ich an dieser Stelle allen Interessierten die ungewöhnliche Geschichte einer ungewöhnlichen und höchst interessanten Pferderasse näher bringen, und ihr somit zu mehr Bekanntheit verhelfen.
Jeder der sich die Zeit nimmt diesen Artikel zu lesen,wird in Zukunft sagen können: Einen Appaloosa?
Ja,den kenne ich!
Fangen wir mit dem etwas ungewöhnlichen Namen der Rasse an!
Ja,warum heißt der Appaloosa eigentlich Appaloosa?
Als sich die ersten Weizenfarmer um ca.1870 entlang des Palouse River ansiedelten,lebte dort ein Nez Perce Indianer der eine große Herde gefleckter Pferde besaß.
Die Farmer benannten diese Pferde nach dem Fluß Palouse.
Aus a Palousey wurde im Sprachgebrauch, an Appalousey,und daraus wurde dann im Laufe der Zeit,der heutige Rassename Appaloosa.
Die Entstehung des Appaloosa:
Die Indianer vom Stamm der Nez Perce ( durchbohrte Nasen ) waren die ersten Indianer,die aufgrund ihrer früh entwickelten und schonenden Kastrationsmethoden eine Pferdezucht im heutigen Sinne betrieben.
Besonders Pferde mit auffälliger Fellzeichnung waren bei ihnen sehr beliebt und begehrt.
Bemalte Pferde oder Pferde mit außergewöhnlicher Fellzeichnung hatten für die Nez Perce magische Kräfte.
Diese gefleckten Pferde mußten für bevorstehende Kämpfe oder Zeremonien nicht extra bemalt werden,und die Fellzeichnung blieb im Gegensatz zur Bemalung auch durch Regen oder Schweiß unverändert.
Auch wenn keine Zeit zum Bemalen der Pferde blieb,z.B. wenn die Nez Perce von ihren kriegerischen Nachbarn überfallen wurden,waren die gefleckten Pferde mit ihren magischen Kräften sofort einsatzbereit.
Die Nez Perce Indianer erschufen ein wendiges,zähes,aber auch ein ruhiges,sensibles und seinem Reiter unbedingt ergebenes Pferd.
Alle diese Eigenschaften,gepaart mit Schnelligkeit,Ausdauer und Reaktionsvermögen,sicherten dem Reiter und seinem Pferd bei der gefährlichen Büffeljagd oder auf den lebensgefährlichen Kriegszügen das Überleben.
Der Untergang:
Der Untergang der Appaloosa ist untrennbar mit dem Untergang der Nez Perce Indianer verknüpft.
Schuld an dem Untergang beider Rassen,egal ob Mensch oder Tier, war wie so oft die Gier des weißen Mannes nach Land und Bodenschätzen.
Am 15.Mai 1877 gab General Howard dem Häuptling der Nez Perce,Chief Joseph den Befehl sein angestammtes Land innerhalb von dreißig Tagen zu räumen,und mit ihrem gesamten Besitztum in die Lapwai Reservation in Idaho umzuziehen.
Da der Umzug innerhalb dieser Zeit nicht zu schaffen war,und das Militär mit aller Härte deswegen gegen die Indianer vorgehen würde,entschied sich Häuptling Chief Joseph auch gegen den Wiederstand der jungen Krieger, gegen einen Kampf,zu einer Flucht nach Kanada,um sich unter dem Häuptling der Sioux,Sitting Bull,zu vereinen.
So begann eine der dramatischten, entbehrungsreichsten und gnadenlosesten Fluchten in der Geschichte der Indianer.
Dem Unverwüstlichen Pferd der Nez Perce,dem Appaloosa, wurde auf dieser aussichtslosen Flucht ein Denkmal gesetzt.
Das erste schreckliche Drama ereignete sich bei der Überquerung des Hochwasser führenden Snake River.
In den reißenden Fluten kamen ca. 900 Pferde,hauptsächlich tragende Stuten und Fohlen, ums Leben.
Alle Nez Perce überlebten durch den Mut,die Kraft und die Ausdauer ihrer Pferde,die lebensgefährliche Überquerung des Snake River.
Auf ihrer dreieinhalb Monatigen Flucht kämpften sich die Nez Perce mit ihren Appaloosa durch unwegsames und schwierigstes Gelände.
Sie legten bei wiedrigsten Wetterbedingungen ( Regen,Eis,Schnee,Frost ) 1100 Meilen ( ca. 1800 km) zurück.
Es wurden dabei Höhendifferenzen von bis zu 2000 Meter überwunden.
Für Pferde und Reiter gab es nur kurze Ruhepausen und kaum Nahrung.
Während dieser Flucht mußten sich Chief Joseph und seine Krieger,insgesamt gegen zehn verschiedene,sich weit in der Überzahl befindliche,Kavallerie Regimente, in dreizehn Schlachten und Gefechten stellen.
Dank ihrer unglaublichen Pferde,die trotz aller Strapatzen,denen der Kavallerie an Härte,Ausdauer und Wendigkeit weit überlegen waren,konnten die Indianer bei jeder Begegnung siegen oder einen Stillstand der Kämpfe erzwingen.
Erst durch den Einsatz modernster Technik, des Telegrafen, gelang es die Nez Perce 38 km vor der Kanadischen Grenze zu stellen, und die erschöpften,halb erfrorenen und ausgehungerten Indianer, nach fünf tägiger Belagerung zur Aufgabe zu zwingen.
Die Gefangenen wurden auf verschiedene Reservationen aufgeteilt.
Den Pferden,inzwischen durch ihre unglaubliche Ausdauerleistung,bei der amerikanischen Bevölkerung bekannt und bewundert,erging es ähnlich.
Die verbliebenen Appaloosa wurden beschlagnahmt und in einer Auktion in Fort Keogh versteigert.
Jeder wollte so ein legendäres Pferd haben,und so gingen alle Tiere reißend weg,und wurden in alle Winde verstreut.
Leider wurde bei den neuen Besitzern keine Reinzucht mehr betrieben.
Der Appaloosa wurde mit allem gekreuzt was im Stall oder auf der Weide stand.
Egal ob Esel oder Kaltblut,Hauptsache es kam was raus, was Flecken hatte.
Der Untergang des Appaloosa schien besiegelt.
Der Neuanfang:
Im Jahre 1894 kaufte der Rancher Claude Thompson seinen ersten Appaloosa.
Claude Thompson kannte den Original Appaloosa noch aus seiner Kindheit.
Er hatte die Vision , den Appaloosa in seiner ursprünglichen Form wieder auferstehen zu lassen.
Die beiden Abenteurer und Reiseschriftsteller des Wilden Westens Lewis und Clark beschrieben 1806 den Appaloosa als ein Pferd,das einen Vergleich mit den Besten Pferden Kentuckys ( Vollblüter ) nicht scheuen mußten.
So wollte Claude Thompson seinen Appaloosa wieder züchten.
Kein leichtes Unterfangen,denn durch allerlei Einkreuzungen,hauptsächlich Kaltblüter um Arbeitspferde zu erhalten,waren die Ausgangstiere reichlich grob.
Nach Jahrzehnte langer Zuchtarbeit wurde am 30.Dezember 1938 durch Claude Thompson und Francis Haines der Appaloosa Horse Club ( ApHC ) in Amerika gegründet.
Der Appaloosa heute:
Das herausragendste Merkmal des Appaloosa ist seine Farbvielfalt.
Neben den dreizehn Grundfarben gibt es eine Fülle an Scheckungsvarianten.
Eine Fellzeichnung ist zwar wünschenswert, aber nicht höher zu bewerten als ein gutes Exterieur ( Körperbau ).
Bei den Appaloosas sind Einkreuzungen mit Englischem Vollblut,Arabischem Vollblut und Quarter Horse erlaubt.
Eine Größenbeschränkung gibt es nicht,solange der Typ stimmt.
Ideal wird eine Größe von 148cm bis ca. 160cm angesehen.
Bei den Appaloosas gibt es zwei Arten von Papieren.
Die non-characteristic Registration Papiere für alle einfarbig geborenen Äppis,und die Regular Registration Papiere für Appaloosa mit Charakteristischen “ Abzeichen “.
Regular Registration Appaloosa müßen ein farbiges Fell haben und zusätzlich noch zwei der vier Charakteristika aufweisen.
1. Fellzeichnung
2. Gesprenkelte Haut an Maul oder Geschlechtsteilen
3. Weiß umrandete Iris ( Auge )
4. Gestreifte Hufe
Einfarbige Appaloosa dürfen nur wieder mit einem regulär eingetragenen Appaloosa verpaart werden,sonst gibt es für die Fohlen keine Papiere.
Der Rassesstandard entspricht heute weitgehend dem des Quarter Horse.
Der Appaloosa ist aufgrund seiner vielen positiven Eigenschaften wie gutartiges Wesen,Ausdauer,Nervenstärke,vielseitige Begabung,Zuverlässigkeit und Härte in der Freizeit,Gelände,Western und Distanz Reiterei,sowie in allen Bereichen des Pferdesports einsetzbar.
Da bleibt mir nur noch zu sagen:
Rauf auf den Appaloosa und “ Be häppy on an Äppi “ !!
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